Déjà-Vu mit Hörnern

 

Gestern hatte ich ein klassisches Déjà-Vu, voll, frontal.
Wir hatten bei uns irgendeine Besprechung, ein Projekt mit Links und Rechts und plötzlich: andere Welt! Draussen hörte man Kuhglocken, Getrampel und Gehüü-und-Gehott – ein ECHTER Alpabzug (oder -aufzug, egal!) ging da die Bahnhofstrasse entlang. Wir natürlich, was gisch was hesch, an die Fenster, die Flügel aufgerissen und... aaaahh! Alpenluft, Edelweiss so weit das Auge reicht, ab und zu Kuhfladen, aber vor allem Grün, Grün, Grün! So schön diese alpine Stimmung, mit Brunnen und Klee, mit Alpenrose und Enzian, einfach herrlich - sagenhaft! Wir schauten dem Umzug zu bis auch die letzte Kuh ihren Hintern um die Ecke bemüht hatte.
Das Déjà-Vu? Ja genau, das hatte ich dann heute morgen: da klang wieder so ein Geräuschteppich an vor unseren Fenstern. Ich dachte schon: Alpen ahoi und das täglich, bin dabei! Als ich dann allerdings wieder voller Vorfreude die Fensterflügel aufriss und mir bereits die grünen Wiesen und Weiden ausmalte, wurde ich unsanft in die Zivilisation zurückgeholt: es war die erste Kolonne mit Autos, welche sich vor dem Choufhüsi wegen Belagsarbeiten in Richtung Museum staute.
Nun denn, seit heute morgen überlege ich mir also jetzt, wie das richtige Wort für Déjà-Vu denn heissen würde, falls man etwas nur schon mal gehört und nicht wirklich gesehen hatte...